So blasen die Esslinger Jäger.

Im Jahr 1976 haben die Bläser der JV Esslingen ein Schallplatte aufgenommen.

Erstellt am 07.11.2019

Hier der Originaltext vom Plattencover:

Jagd ohne Hörnerklang wäre nur eine nüchterne Angelegenheit nicht aber festliches Ereignis. Nicht allein das Jagen wird von dem Klang der Hörner geprägt, sondern auch das feierliche Zeremoniell, das sogenannte „Drum und Dran“ vom „Hohen Wecken“ über „Messe“ zur „Begrüßung“ und Ablauf eines ganzen Jagdtag bis zum „Jagd vorbei“ und „Halali“.

Das Bläsercorps der Jägervereinigung Esslingen stellt hier einen kleinen Abriss aus dem bunten Reigen jagdlicher Musik vor. Dieses Corps, eine verschworene Gemeinschaft von echten Jägern, pflegt jagdliche Musik aus Freude am Brauchtum und am Jagen. Denn die Jagdmusik ist zu einem der wenigen Reservate volkstümlichen Musizierens geworden, in das nicht der Kommerz und mit ihm der Schlager eingedrungen sind. Sie ist gegenwärtig die einzige Form des Musizierens, die eine ungebrochene Tradition aufzuweisen hat.

Die A-Seite bringt einen Überblick über die Möglichkeiten, die das Fürst-Pless-Horn in Verbindung mit dem in B gestimmten Parforce-Horn, und auch das Parforce-Horn in ES gestimmt allein, bietet. Der Bogen spannt sich von dem Fürstenruf „Begrüßung“ zu Beginn eines Jagdtages, über die traditionellen Jagdsignale Hirsch tot, Damhirsch tot, Sau tot zu Bravourstückchen wie Hegelwaldfanfare und Esslinger Jägermarsch weiter zu und den „schönen“ Parforce-Klängen „Wie lieblich schallt.“ „Kein schöner Land“ und „Freude schöner Götterfunken“ bis hin zum letzten Signal „Jagd vorbei“ und „Halali“. Dazwischen die zur reinen Parforcejagd gehören Reitersignale.

Die Hubertusmesse ist der Gottesdienst der Jäger und Reiter; in ihr gedenken wir unseres Schutzpatrons, dem heiligen Hubertus, der uns die Barmherzigkeit gegenüber den Geschöpfen Gottes lehrte. Wir geloben im Klingen der Hörner in seinem Sinne Waidmänner zu sein, die Hubertusmesse folgen in ihrer Einteilung der römisch-katholischen Messe ist doch zugleich ein überkonfessionelles Gebet, das die Jäger aller Konfessionen vereint.

Das volle, weiche Strahlen der jagdlichen Hörner erklang zum ersten Mal im späten 17. Jahrhundert der Blütezeit des höfischen Jagdbetrieb. Es fand Eingang in die weltliche Kunstmusik in Oper von Weber, Lortzing und Wagner. Es trat an Stelle von Chor und Orgel in der liturgischen Musik der Jägermesse. Die Melodien, die heute erklingen, sind jene die schon vor 200 Jahren in den mit festlichem Grün der Wälder geschmückte Kirchen ertönten. Oft nur mündlich überliefert, von musikalischen Laien von Generation zu Generation getragen, haben sie nichts von ihrer Schönheit und Aussagekraft verloren.

 

Produziert vom Bläsercrops der Jägervereingung Esslingen a.N.

Musikalische Bearbeitung und Leitung: Günter Netzker

Aufnahme: Tonsudio Bauer, Ludwigsburg

Toningenieur: Kurt Rapp

Artdirection/Coverdesign: hace, Stuttgart

1976. Printed in Germany

 

 

Zum Download - die A und B Seite als ganzes 

oder die Darbietungen im einzelnen. 

 

Erstellt am 07.11.2019
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