Landesjägertag Resolution

Die Delegierten des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg e.V. haben beim Landesjägertag am 10.7. 2021 in Ludwigsburg einstimmig eine Resolution zum Thema Waldumbau und Wild verabschiedet.

Erstellt am 10.07.2021

Kein Waldumbau zulasten des Wildes

Resolution zu Waldumbau und Jagd der Delegiertenversammlung des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg e.V. am 10.7.2021 in Ludwigsburg

Auf den öffentlichen Teil mit Politik, Verwaltung und Medien bei der Jahreshauptversammlung des LJV wurde dieses Jahr bewusst verzichtet, es fand nur eine Delegiertentagung statt. Der Verband setzt dennoch ein deutliches jagdpolitisches Zeichen. Die rund 250 anwesenden Delegierten verabschiedeten einstimmig eine Resolution zu Waldumbau und Wild mit der Kernbotschaft:

Jägerinnen und Jäger sind keine Schädlingsbekämpfer. Sie sind fachkundige Akteure des Waldumbaus, des Natur- und Tierschutzes, Anwälte des Wildes. Engagiert und nachhaltig tätig, mit Auftrag und Leidenschaft aber kein weisungsabhängiger Dienstleister. Sie bekennen sich zur Mitverantwortung der Jagd für das Gelingen des Waldumbaus.

 

Der LJV fordert:

  • Angepasster Abschuss ja, aber unter Berücksichtigung wildbiologischer und jagdpraktischer Erkenntnisse.
  • Verbiss ist nicht monokausal, sondern hat vielfältige Ursachen und Wirkungen. Jagd, Grundeigentum, Waldbau und Tourismus müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen und ihr Handeln in Einklang gebracht werden.
  • Bei allen Waldnutzern muss ein Bewusstsein für durch sie verursachte Störungen geschaffen werden. Das Verlassen von Wegen, nicht angeleinte Hunde, Unruhe bei Nacht, im Winter und zur Setz- und Aufzuchtzeit schaden dem Waldumbau. Es ist notwendig, Wildruhegebiete einzurichten.
  • Wildtiere dürfen nicht als Schädlinge betrachtet werden. Sie sind natürlicher Teil des Ökosystems Wald und fördern die Biodiversität. Wir sind ihm gerade auch in Verantwortung für künftige Generationen den Schutz seiner natürlichen Lebensgrundlagen schuldig (Art. 20a GG).

 

Beim Waldumbau kann eine Verringerung der wiederkäuenden Schalenwildbestände lediglich ein flankierender Baustein sein. Jägerschaft und Waldbesitzer haben nach den großflächigen Kalamitäten seit 1990 mehrfach bereits bewiesen, dass sie Waldumbau und artgerechtes Wildtiermanagement unter schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich gestalten können.

Es ist Zeit für eine gemeinsame Waldpolitik. Die gemeinsame Erklärung mit dem MLR „Waldumbau und Wild im Klimawandel“ aus 2020 ist aktueller denn je.

Zurück zur Übersicht